Wissenschaft: Stadt finanziert Stelle an der Hochschule Aschaffenburg - Verzahnung mit Fraunhofer-Institut

Main Echo / 21.7.2015

Pro­fes­so­rin Dr. Ge­sa Beck wird im Win­ter­se­mes­ter 2015 an der Hoch­schu­le Aschaf­fen­burg die Stif­tung­s­pro­fes­sur der Stadt Al­zenau an­t­re­ten. Ihr Lehr­ge­biet ist die »res­sour­cen­ef­fi­zi­en­te Kon­struk­ti­on von Pro­duk­ten so­wie in­ge­nieur­wis­sen­schaft­li­che Grund­la­gen«.

Die Professorin ist derzeit noch an der Universität Augsburg tätig und befasst sich dort unter anderem mit Materialwissenschaften, der Umweltforschung, mit Recycling und mit Brennstoffzellen.


Gesa Beck begann ihre berufliche Laufbahn als chemisch-technische Assistentin, ab 1991 studierte sie Chemie an der Universität Hannover. Sie promovierte in physikalischer Chemie. Seit 2013 ist sie Professorin am Lehrstuhl für Ressourcenstrategie an der Universität Augsburg.


Ihre neue Tätigkeit in Aschaffenburg ist auf fünf Jahre begrenzt und eng mit dem Fraunhofer-Standort Alzenau verknüpft.


Eigentlich, so war es vor zwei Jahren geplant, sollte die Stiftungsprofessur bereits im März 2014 beginnen. »Nach der damaligen Ausschreibung hatte allerdings kein Bewerber zu hundert Prozent überzeugt«, berichtet Bürgermeister Alexander Legler, der Mitglied der Berufungskommission war.


Dienstort Alzenau


Eine zweite Ausschreibung wurde als nötig erachtet. Die brachte den gewünschten Erfolg. Die Stadt Alzenau finanziert die Stiftungsprofessur mit dem Ziel, die Hochschule Aschaffenburg mit dem Fraunhofer-Institut zu verzahnen. Die Professor wird ihren Dienstsitz zwar in Aschaffenburg haben, doch auch Alzenau gilt als Dienstort. Im September 2013 hatten der Präsident der Aschaffenburger Hochschule, Wilfried Diwischek, und Bürgermeister Alexander Legler im Alzenauer Rathaus die Vereinbarung unterzeichnet. Das Aufgabengebiet wurde bewusst zugeschnitten auf die Alzenauer Fraunhofer-Projektgruppe.

Zur Erläuterung hieß es: Es gehe darum, gebrauchsfähige Altteile und Geräte wirtschaftlich zu recyceln. Ohne recyclinggerechtes Design, so die These, sind künftige Konzepte zur Wiederverwertung von Altteilen wirtschaftlich nicht umzusetzen. Über die Arbeit an der Hochschule sollen der Wirtschaft wesentliche Hinweise zu einer nachhaltigen Produktgestaltung gegeben und neue Geschäftsmodelle in der Zweitverwertung ermöglicht werden.

Alexander Legler will, dass Alzenauer Firmen, die im Recyclingbereich tätig sind, von der Stiftungsprofessur profitieren. Sinn und Zweck des Projektes sei, dass Studenten nach Alzenau kommen. Ihnen soll es möglich sein, bei Fraunhofer in Alzenau und in örtlichen Unternehmen Seminare und Praktika zu absolvieren und ihre Abschlussarbeiten zu Papier zu bringen. Am Ende sollen gut ausgebildete Ingenieure dem regionalen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Professorin Gesa Beck wird sich im Herbst in einer öffentlichen Stadtratssitzung den Alzenauern vorstellen.


Michael Müller